Gartner BI Summit 2011 – Was mir aufgefallen ist…

An den vergangenen zwei Tagen hatte ich Gelegenheit, am Gartner BI-Summit in London teilzunehmen. Alljährlich eine spannende Konferenz, bei der Hersteller, Anwenderunternehmen und BI-Beratungen zusammenkommen, um von Gartner die neuesten Trends, Markteinschätzungen, Themen zu erfahren, die die BI-Community bewegen.

Neben den dominanten „Dauerbrennern“ der letzten Jahre (BICC, Data Quality, Wie involviert man die Fachseite usw.) sind mir persönlich – und das ist wohl nicht repräsentativ – auch einige interessante zum Teil neue Aspekte aufgefallen, die ich ich hier nur kurz anreißen und zum Teil in folgenden Blog-Einträgen vertiefen möchte:

  • Die „neue“ Rolle der Systemintegratoren – Offenbar entsteht im Markt ein Verständnis dafür, dass man BI nur bedingt als Produkt von der Stange kaufen kann und SIs mehr sind, als reine Implementierungsgehilfen der Hersteller. Dazu mehr in folgenden Blog-Einträgen.
  • Location Intelligence – In einem gleichnamigen Beitrag hat Gartner Analyst Andreas Bitterer das Thema gut runtergebrochen, einige sinnvolle Use-Case skizziert und insbesondere auch in Verbindung mit Mobile BI gebracht, ein wichtiger Faktor, da mobile Endgeräte jederzeit den Örtlichen Kontext herstellen. Zudem bieten inzwischen ja auch einige Hersteller entsprechende Komponenten für Mobile BI an.
  • In Memory Analytics – Kaum ein Thema wurde meinem Empfinden nach so gestresst wie In Memory (Analytics/BI). Hier gehen die Meinungen weit auseinander, für die einen (u.a. SAP) ist’s der heilige Gral, der das Spiel komplett verändern wird, für andere (ORACLE, IBM) ist’s nichts Neues, man hat ja eigentlich schon immer „Memory“ in der DB, in Caches, im BI Server oder sonst wo zur Optimierung eingesetzt.
  • Mobile BI – Noch so ein Hype-Thema… Zunächst sah es ja mal so aus, dass hier wieder ein neues Spielzeug das Licht der Welt erblickt hat, aber zum einen durch die schnelle Adoption der Mobile-Technologien und zum anderen durch die eher abfrage- und navigationslastige Natur von BI-Lösungen scheinen sich hier tatsächlich solide Business Cases herauszubilden. Bei wenigen Themen waren sich die Konferenzteilnehmer, die Hersteller und Gartner so einig: Mobile BI wird kommen, schnell und mit Macht.
  • Agile BI / Agile DWH – Tatsächlich scheinen agile verfahren nun auch im BI-Land anzukommen, wenngleich meiner Erfahrung nach hier zumeist noch konservative Vorgehensmodelle das Tagesgeschäft in vielen BI-Projekten bestimmen, scheinen agile Ansätze in einigen gängigen Szenarien bessere o. schnellere Ergebnisse zu produzieren. Endlich!!! Diesen Trend gibts bei der Anwendungssoftware-Entwicklung schon seit einigen Jahren. Ich hab gemeinsam mit einem Kollegen und einem Kunden einen entsprechenden Konferenzbeitrag für die kommende TDWI Konferenz eingereicht, hoffe der wird durch das Programmkomitee akzeptiert.
  • Erweiterte Analyseverfahren – Der sog. Advanced Analytics Bereich ist ja schon seit Jahren Sammelbecken für all das, was eben nicht mit Standardreporting u. OLAP-Mitteln zu bearbeiten ist. Inzwischen findet sich aber eben nicht nur Simulation, Prognose, Mining etc. in dieser Disziplin, sondern beflügelt durch bspw. Social Networking, Web 2.0 ergeben sich auch hier neue Bedürfnisse, z.B. für Social Analytics, m.E. ein sehr spannendes Feld, das ganz neue Anforderungen hervorbringt, z.B. die Analyse unstrukturierter Textströme ohne vorherige Modellbildung/Taxonomiebildung.

Soweit zu meinen Eindrücken. Vertiefende Blog-Einträge folgen, sobald ich die Zeit dazu finde, Anregungen, Kritik und Fragen sind wie immer willkommen.